Kinderkrebshilfe für Tirol & Vorarlberg

Klinik Innsbruck sichert Fruchtbarkeit junger Krebspatientinnen

Innsbruck – An der Klinik Innsbruck wurde erstmals in Österreich Eierstockgewebe von zwei krebskranken Mädchen im Alter von vier und sechs Jahren entnommen und eingefroren, um ihre spätere Fruchtbarkeit zu erhalten.

Da intensive Krebsbehandlungen wie Chemotherapien oder Stammzelltransplantationen die Eierstöcke dauerhaft schädigen können, soll die Maßnahme den Mädchen künftig die Chance auf eine normale Pubertätsentwicklung und möglicherweise eigene Kinder ermöglichen. Bei Kindern vor der Pubertät können noch keine Eizellen entnommen werden, daher wird im Rahmen einer kurzen Bauchspiegelung Eierstockgewebe entnommen und tiefgekühlt gelagert.

Die Heilungschancen bei Krebserkrankungen im Kindesalter liegen heute in Europa bei rund 80 Prozent. Viele Betroffene kämpfen jedoch später mit Spätfolgen der Therapie, darunter auch Unfruchtbarkeit. An der Innsbrucker Kinderklinik werden jährlich etwa 60 bis 70 neue Krebsfälle bei Kindern und Jugendlichen behandelt. Für zwei bis drei Mädchen pro Jahr könnte diese Form der Fruchtbarkeitserhaltung infrage kommen.

Finanziert wird das sogenannte „Medical Freezing“ derzeit nicht durch das öffentliche Gesundheitssystem. Die Kosten für die Entnahme übernimmt die Klinik Innsbruck, die Lagerung des Gewebes wird von der Kinderkrebshilfe finanziert.


Text und Foto: Tiroler Tageszeitung

Foto: Gabriele Kropshofer, Oberärztin für pädiatrische Hämatologie und Onkologie an der Innsbrucker Kinderklinik, informiert betroffene Familien über Möglichkeiten zum Erhalt der Fruchtbarkeit.

Gabriele Kropshofer Oberärztin für pädiatrische Hämatologie und Onkologie an der Innsbrucker Kinderklinik

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